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Ortsbeschreibung Wismar

Die Wende brachte für Wismar einen tiefgreifenden Strukturwandel, der auch heute noch nicht abgeschlossen ist. Wegen der industriellen Monokultur (Werft, Hafen) gingen mehr als 10.000 Arbeitsplätze verloren. Damit hat Wismar die größte Einbuße im Land Mecklenburg-Vorpommern hinnehmen müssen. Mit der gelungenen Privatisierung der Werft, der Konsolidierung des Hafens und der Ansiedlung neuer Betriebe scheint die Talsohle durchschritten.

Die Stadtsanierung ist eine der vordringlichsten Aufgaben. Bereits im Frühjahr 1990 wurden erste Vorschriften zum Erhalt und zur Gestaltung der Altstadt beschlossen. Sie wurde in ihrer Gesamtheit zum Sanierungsgebiet erklärt. Für jeden, der offenen Auges durch die Innenstadt geht, ist unverkennbar: In den zurückliegenden sieben Jahren hat sich das Stadtbild nachhaltig gewandelt. Unzählige sanierte Häuser, viele strahlende neue Fassaden lassen bereits jetzt ahnen, das Wismar einmal eine der schönsten Städte Norddeutschlands sein wird.

Schlagzeilen macht Wismar vor allem mit dem Wiederaufbau der Georgenkirche. 1945 durch Bombentreffer schwer beschädigt und zu DDR-Zeiten mehr und mehr zur Ruine verkommen, wird die größte der drei monumentalen Backsteinkirchen seit 1990 wiederaufgebaut. Dieses Vorhaben ist durchaus vergleichbar mit dem Wiederaufbau der Dresdener Frauenkirche.

All diese Vorhaben fordern von den Wismarern viel Kraft, Ehrgeiz und Stehvermögen. Eigenschaften, die die Hansestädter seit Jahrhunderten unter Beweis gestellt haben. So ist es denn auch weit mehr als ein Bekenntnis zur Geschichte, wenn sich Wismar seit 1990 wieder stolz "Hansestadt Wismar" nennt.
Quelle: immopool.de

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Geschichte

Erstmalig im Jahre 1167 wurde das "Wissemara" genannte Wasser in einer Urkunde erwähnt. Bekannt ist weiterhin, daß es 1209 einen Seehandelsplatz namens "Wissenmer" gegeben hat, aus dessen Keimzelle sich dann die Stadt Wismar entwickelte. Dieser Status wird 1229 in einer Urkunde erwähnt, die heute im Stadtarchiv aufbewahrt wird.

Die Stadt entwickelte sich schnell. Der Wismarer Hafen bot beste Voraussetzungen für eine Beteiligung am hansischen Fernhandel. Der Fürst von Mecklenburg erteilte der aufblühenden Stadt großzügige Privilegien und räumte auch den Handelspartnern der Stadt mancherlei Rechte ein.

Wismars Blütezeit lag im 14. Und 15. Jahrhundert. In dieser Zeit entstanden die drei großartigen Hauptpfarrkirchen St. Marien und St. Georgen, wurden viele Bürgerhäuser in der markanten norddeutschen Backsteingotik errichtet.

Der Dreißigjährige Krieg brachte ein Ende des Wohlstandes und der Selbstverwaltung der Stadt. Nach Wallenstein besetzten 1632 die Schweden die Stadt, denen sie im "Westfälischen Frieden" im Jahre 1648 zugeschlage wurde. Dadurch wurde Wismar in alle weiteren Auseinandersetzungen um die Ostseeherrschaft hineingezogen. Im Nordischen Krieg wurde Wismar mehrmals von den Feinden Schwedens bombardiert und schließlich ausgehungert übergeben. Die Sieger schleiften die Festungsanlagen, und im Jahre 1718 war das Zerstörungswerk mit der Sprengung des Turms auf der Insel Walfisch vollendet.

Die Schweden verloren das Interesse an der fast ruinierten Stadt und verpfändeten Wismar im Jahre 1803 auf einhundert Jahre an Mecklenburg. Da sie nach Ablauf der Frist die Stadt nicht wieder ablösten, fiel Wismar 1903 endgültig an das Land Mecklenburg zurück.

Die Erweiterung des Hafens 1875 und nach 1893 sowie das Entstehen mehrerer Fabriken am Ende des 19. Jahrhunderts brachten wirtschaftlichen Aufschwung. Die Stadt wuchs über ihre mittelalterlichen Grenzen hinaus. Diese Entwicklung fand im Zweiten Weltkrieg ein jähes Ende. Wismar blieb zwar von einem Flächenbombardement verschont, wurde aber dennoch das Opfer von zwölf Luftangriffen. In der Nacht vom 14. Zum 15. April 1945 fielen die beiden Hauptpfarrkirchen in Marktnähe und das ganze "gotische Viertel" in Schutt und Asche.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Stadt von etwa 30.000 auf rund 56.000 Einwohner an. Der Wismarer Hafen wurde Hauptumschlagplatz der Sowjetischen Besatzungszone, später zweitgrößter Seehafen der DDR.
Quelle: immopool.de